Hedvig Eleonora – Eine Königin im Zeitalter des Barock

Teil II

Die Mäzenin

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Hedvig Eleonora gemalt von David von Krafft

 

Ein besonderes Augenmerk richtete Hedvig Eleonoras auf die Kunst, sie wirkte in Schweden neben Carl Gustav Wrangel und Magnus Gabriel De la Gardie, als große Mäzenin – wie es für viele hochstehende Persönlichkeiten jener Zeit üblich war. Zu denen von ihr geförderten Künstlern gehörten Nicodemus Tessin d. Jüngere (1654 – 1728) und David Klöcker Ehrenstrahl (1628 – 1698).

Bereits Tessins Vater galt als begnadeter Architekt und genoss großes Ansehen beim schwedischen Adel. Sein Sohn zeigte auch die Begabung und konnte nach seinem Studium in Uppsala mit Unterstützung von Hedvig Eleonora 1673 auf Studienreise nach Italien begeben. Dort befasste er sich mit der antiken Ästhetik und studierte bei anderen bekannten Architekten. Nach einem kurzen Aufenthalt in Schweden reiste Tessin nach Frankreich und England zu weiteren Studien. Ab 1680 war er für die Bauten der Königinwitwe der verantwortliche Architekt. Zudem übernahm er die Aufträge seines Vaters, der 1681 starb. So war Tessin am Neubau des Schlossen Drottingholm beteiligt. Seine Begabung und Ausbildung machten ihn zu einem der bedeutendsten Architekten des Barock in Schweden. Das Königliche Schloss in Stockholm entstand nach seinen Plänen und er wirkte als Stockholms „stadsarkitekt“.

David Klöcker Ehrenstrahl stammte aus Hamburg und arbeitete als Sekretär in der schwedischen Friedensdelegation. Dabei entdeckte Feldmarschall Carl Gustav Wrangel sein Talent für Malerei. 1652 reiste Klöcker im Auftrag Wrangels nach Schweden, wo er zunächst in dessen Schloss Skokloster arbeiten sollte, dort entstanden erste bekannte Malereien. Ab 1653 förderte Königinwitwe Maria Eleonora den jungen Maler und ermöglichte ihm 1655, eine Studienreise durch Europa. Vier Jahre später kehrte er über Paris und London zurück in den Norden, wo er zum „hovkonterfejare“ („Hofportraitmaler“) ernannt wurde. Klöckers Aufgabe bestand darin, die Königinwitwe Hedvig Eleonora und deren Sohn zu portraitieren – und dabei die Position des künftigen Königs zu unterstreichen. Ein allegorisches Gemälde aus der Zeit der Vormundschaftsregierung zeigt die Königinwitwe auf dem Thron, während ihr die personifizierten Hoffnung, Güte und Aufrichtigkeit den jungen Karl in Obhut geben.

Nicht nur Hedvig Eleonora schätzte David Klöcker, auch die Aristokratie wusste um sein Können. Und so bekam der Maler den Auftrag, im neuerbauten Riddarhus das Deckengemälde zu malen. 1674 erfolgte die Erhebung in den Adelsstand, wobei Klöcker den Zunamen „Ehrenstrahl“ erhielt. Unter der Regierung Karls XI., der absolut regierte, verherrlichte er die Alleinherrschaft der Monarchie.

Die „kleinen Puppe“ hatte sich zu einer einflussreichen und respekteinflößenden

Hedvig Eleonora und ihre Familie

Hedvig Eleonora gemalt von David von Krafft

Frau entwickelt. Obgleich sie politisch nicht viel Einfluss besaß, war sie für ihren Sohn und ihre Enkel eine wichtige Bezugsperson. Sie wird als dominant und bestimmend beschrieben, dennoch war sie wegen ihrer Lebensfreude und ihres Humors beliebt. Da weder Karl XI. noch Karl XII. besonderes Interesse am höfischen Leben hatten, oblag es Hedvig Eleonora die Kultur am Hofe zu pflegen – und das tat sie. Im Alter von 79 verstarb Hedvig Eleonora im Jahr 1715. Den frühen Tod ihres Enkels Karl XII. erlebte sie nicht mehr, ebensowenig den Niedergang der Großmacht Schweden. In Erinnerung bleibt sie als eine wichtige Förderin von Kunst und Kultur in Schwedens „stormaktstid“. Ihr zu Ehren gab es im vergangenen Jahr verschiedenen Ausstellungen: Hedvig Eleonora – den svenska barockens drottning

 

Quellen und Literatur:

Stellan Dahlgren, Hedvig Eleonora. In: Svenskt Biografiskt Lexikon, Band 18 (1969-1971), sida 51.

Link: Hedvig Eleonora, http://sok.riksarkivet.se/sbl/artikel/12760, Svenskt biografiskt lexikon (art av Stellan Dahlgren) hämtad 2016-01-16.

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Hedvig Eleonora – Eine Königin im Zeitalter des Barock

Teil I

Im vergangenen Jahr jährte sich am 24. November der Todestag der schwedischen Königin Hedvig Eleonora zum 300. Mal. Beinahe hätte diese Prinzessin von Schleswig-Holstein-Gottorf (1636 -1715) den Herzog von Mecklenburg-Güstrow geheiratet und ihre ältere Schwester Magdalena Sibylla den König von Schweden. Doch es kam anders für die als „en skön liten dygdig och synnerligen hjärtans behaglig puppa!”(„eine schöne, kleine tugendhafte und besonders herzensgute Puppe“) beschriebene junge Frau. Weiterlesen

Helga Thoma: Ungeliebte Königin. Ehetragödien an Europas Königshöfen

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Die Autorin Helga Thoma befasst sich in ihrem Buch mit den zuweilen tragischen Konsequenzen der arrangierten royalen Ehen. In diesen Kreisen gab es selten Liebesehen, geheiratet wurde aus dynastischen und politischen Gründen. Wie es den Beteiligten dabei ging, interessierte nicht. Während bei den Männern beinahe zum guten Ton gehörte, nebenher eine Mätresse zu haben, lastete auf den Frauen der Druck, einen Thronfolger zu gebären.

Wohin das führen konnte beschreibt Helga Thoma am bekannten Beispiel Henry VIII. und seinen sechs Frauen, von denen Anna Boleyn und Katherine Howard auf dem Schafott endeten.

Die Folgen, zumeist innerhalb der Familie zu heiraten zeigen die Habsburger. Um Macht und Besitz möglichst innerhalb der eigenen Dynastie zu halten heiraten über mehrere Jahrhunderte hinweg enge Verwandte untereinander. Ein Kennzeichen davon ist die berühmte „Habsburger Unterlippe“ – an Karl II. von Spanien besonders deutlich zu sehen. Er heiratete zwei Mal, war vermutlich aber nicht in der Lage die Ehen zu vollziehen, womit er das Ende der Habsburger Herrschaft in Spanien einläutete. Die Schuld an der Kinderlosigkeit gab man allerdings seinen Ehefrauen. Die erste, Marie Louise von Orléans (1662 – 1689) litt dermaßen unter der Situation und den verletzenden Kommentaren deswegen, dass sie Schwangerschaften vortäuschte.

Eine recht schwierige Ehe führten auch Elisabeth Christine von Braunschweig und Friedrich II. von Preußen. Da sein verhasster Vater, der Soldatenkönig Friedrich Wilhelm I. ihn in diese Verbindung gezwungen hatte, konnte sich Friedrich nie dazu durchringen, wärmere Gefühle für seine Gemahlin zuzulassen. Nach dem Tod des Vaters entsagte er dem Eheleben ganz. Elisabeth Christine war ihrem Mann durchaus zugetan und konnte sich nur schwer mit seiner Nichtachtung abfinden.

Dieses sollen nur einige Beispiele aus dem Buch „Ungeliebte Königin“ sein. Helga Thoma, die Romanistik und Germanistik studierte, stellt die verschiedenen Schicksale lesenswert und gut recherchiert dar.

 

„Ungeliebte Königin. Ehetragödien an Europas Fürstenhöfen“, Piper Verlag

Der Gottorfer Codex – mehr als nur Blumenmalerei

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Über die Ausstellung im Schleswig-Holsteinischen Landesmuseum im Jahr 2014

Gottorfer Codex KatalogVergangenen Sommer besuchten mein Freund und ich, als wir unsere Ferien in meiner Heimat verbrachten, das Schleswig-Holsteinische Landesmuseum Schloss Gottorf. Dort gab es eine Ausstellung zu sehen, auf die mich sehr freute:Der Gottorfer Codex. Blütenpracht und Weltanschauung. Der Codex befindet sich sonst im Statens Museum for Kunst in Kopenhagen, wo die Sammlung in der Kongelige Kobberstiksamling aufbewahrt wird.

Mein besonderes Interesse am Codex liegt darin, dass ich zu der Zeit, als der Gottorfer Barockgarten quasi restauriert „wiederöffnet“ wurde, als Praktikantin im Schloss beschäftigt war. Da erfuhr ich nicht nur viel über den Garten an sich, sondern auch über die Pflanzen, die dort im 17. Jahrhundert gepflanzt wurden. Einmal hatte ich das Glück, dabei zu sein, als der Schlossgärtner die verschiedenen Blumen vorstellte, die für den Codex gemalt wurden. Das war sehr lehrreich, mir sind vor allem die Türkenbundlilie und die Kaiserkrone in Erinnerung geblieben. Und eben diese Blumen sind im Gottorfer Codex verzeichnet, und das sehr kunstvoll.

Kaiserkrone Quelle: Wikimedia Commons

Kaiserkrone Quelle: Wikimedia Commons, Statens Museum for Kunst, Kopenhagen

Umso spannender, dass der Codex letzten Sommer von Nahem anzuschauen war. Bei dem Codex handelt es sich um ein Florilegium (lat. = Blütensammlung) des Hamburger Malers Hans Simon Holtzbeckers (1610/20 – vermutlich 1671). Florilegien entstanden im 17. Jahrhundert als Manuskripte und auch als gedruckte Bücher. Darin sind Illustrationen der Pflanzen wichtiger als der Text, anders als Kräuterbüchern, die oft einem medizinischen und wissenschaftlichen Zweck erfüllten. Die meistens nach Jahreszeit geordneten Sammlungen der Blumenportraits möchten die Ästhetik und Schönheit der Pflanze wiedergeben. Mitunter auch ihre Exotik, wenn sie aus fernen Regionen stammt. Denn diese Sammlungen waren häufig Kataloge für bestimmte Gärten, dieses ist beim Gottorfer Codex der Fall. Andere Sammlungen dienten als Musterbücher für Künstler.

Es durfte nicht fotografiert werden, was verständlich ist, wenn man sich vor Augen führt, wie empfindlich diese Malereien sind. Anhand eines Heftes, wo die Hängung der Bilder wiedergegeben war, schauten wir uns die Pflanzenmalereien an und waren ganz fasziniert, von der Schönheit und Detailtreue. Ausgestellt waren die Malereien der Bände eins und zwei von insgesamt vier Bänden. Die Bände drei und vier sind noch gebunden. Die Bilder aus den Bänden zu nehmen hatte sich während der Restaurierung ergeben. Ein Tablet ermöglichte es, sich digital durch die Bände drei und vier zu blättern

 

Ranunkeln Quelle: Wikimedia Commons

Ranunkeln Quelle: Wikimedia Commons, Statens Museum for Kunst, Kopenhagen

Kunsthistorikerin Helga de Cluveland befasste sich sehr ausführlich mit dem Gottorfer Codex und konnte in ihrer Dissertation Fragen dazu klären. Der Codex entstand laut Rechnungsbüchern im Zeitraum 1649 bis 1659, er umfasst vier Bände mit insgesamt 364 Seiten. Die Malereien sind Gouachen, also deckende Wasserfarbe, auf Pergament. Auf einem Blatt sind drei Malereien dargestellt, also umfasst der Codex etwa 1180 Bilder. Zu bewundern sind die Pflanzen, die Herzog Friedrich III. (1597 – 1659) in seinem „Neue Werk Garten“ hatte, ein Inventar des Gartens sozusagen. Holtzbeckers Blumenmalereien sind nicht wie sonst üblich nach Jahreszeit, sondern eher nach Gruppen wie Zwiebel- und Knollengewächse, Holzgewächse und populäre Gartenpflanzen geordnet.

Das Werk Holtzbeckers sucht laut Direktorin Kirsten Baum seinesgleichen im 17. Jahrhundert. Über den Maler ist sonst leider nur sehr wenig bekannt. Vermutlich hat er sieben Florilegien geschaffen. Dass diese Ausstellung auf Gottorf zu bewundern war, lag an der guten Zusammenarbeit mit dem Statens Museum for Kunst in Kopenhagen. 2013 zeigte das Kopenhagener Museum den restaurierten Codex sowie weitere Blumengemälde in der Ausstellung „Flowers and World Views“ und lieh diese dann ein Jahr darauf an das Landesmuseum aus. Die zahlreichen Blumengemälde sind ansonsten nicht öffentlich ausgestellt, sie befinden sich eigentlich in den königlichen Gemächern. Also noch etwas Besonderes, was es zu sehen gab.

Mich hat diese Ausstellung sehr begeistert, nicht nur der Codex, sondern auch die Blumengemälde. Seit meinem Praktikum im Landesmuseum, wo ebenfalls ein paar dieser Stillleben zu sehen sind, bin ich der Faszination dieser Gemälde des 17. Jahrhunderts, wo blühendes Leben und Vergänglichkeit dargestellt sind, erlegen.

Blumenstillleben von Jan Davidsz. de Heem, 17. Jh.

Blumenstillleben von Jan Davidsz. de Heem, 17. Jh.

Ambrosius Bosschaert der Ältere., Blumenstillleben, 17. Jh.

Ambrosius Bosschaert der Ältere., Blumenstillleben, 17. Jh.

 

Literatur:

Kerstin Asmussen, Barocke Gartenkunst auf Gottorf. Geschichte und Bedeutung des Neuwerkgartens. In: Rainer Hering (Hrsg.) Die Ordnung der Natur. Vorträge zu historischen Gärten und Parks in Schleswig-Holstein, Hamburg 2009, S. 13 – 36.

Kirsten Baumann (Hrsg.), Der Gottorfer Codex. Blütenpracht und Weltanschauung, München 2014.

Herwig Guratzsch, Der Gottorfer Barockgarten, Berlin/Köln 2007.

Dieter Lohmeier, Kleiner Staat ganz groß, Heide 1997.

http://www.smk.dk/en/explore-the-art/research/research-projects/gottorfer-codex/

 

 

Herzog Christian Albrecht von Schleswig-Holstein-Gottorf, ein Förderer der Kultur in einer schwierigen Zeit

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Teil II

Eine prächtige Gartenanlage mit Globus

Herzog Christian Albrecht  (Kupferstich von Richard Collin, 1664)

Herzog Christian Albrecht (Kupferstich von Richard Collin, 1664)

Bereits Herzog Friedrich III. hatte das kleine Herzogtum Gottorf in Europa für seine Kultur berühmt gemacht. Wie viele Fürsten seiner Zeit war Friedrich wissenschaftlich interessiert, er verfügte über eine umfangreiche Bibliothek und eine Kunstkammer. Ein besonderes Projekt sollte eine prächtige, barocke Gartenanlage sein, das sogenannte „Neue Werk“. Um 1640 begannen die Arbeiten daran, immer wieder unterbrochen von den Auswirkungen des Dreißigjährigen Krieges und später von den politischen Kämpfen, die Christian Albrecht nach dem Tod seines Vaters auszufechten hatte. Unter der Leitung des Niederländischen Gartenkünstlers Johannes Clodius entstanden zunächst der Herkulesteich sowie ein daran anschließender Blumengarten. Weiterlesen

Herzog Christian Albrecht von Schleswig-Holstein-Gottorf, ein Förderer der Kultur in einer schwierigen Zeit

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Teil I

In diesem Jahr begeht die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel ihr 350-Jahr-Jubiläum. Vor beinahe zehn Jahren machte ich dort meinen Abschluss. Ich habe sehr gern an dieser Uni studiert, die Jahre sind mir in guter Erinnerung geblieben. Und da ich mich besonders für das Herzogtum Gottorf und das 17. Jahrhundert interessiere, erscheint mir ein Blogbeitrag über den Universitätsgründer Christian Albrecht von Schleswig-Holstein-Gottorf passend.

Herzog Christian Albrecht von Schleswig-Holstein-Gottorf (gemalt von Jürgen Ovens)

Herzog Christian Albrecht von Schleswig-Holstein-Gottorf (gemalt von Jürgen Ovens)

Als drittgeborener Sohn wäre Christian Albrecht (1641 -1694) der Herzogtitel an sich nicht zugekommen, aber seine älteren Brüder verstarben 1654 und 1655 auf ihrer Bildungsreise. Nun musste er das schwierige Amt schultern. Denn die Aufgabe, die Friedrich III. (1597 -1659) seinem Sohn 1659 hinterließ zeigte sich als schwere Bürde. So sollte der junge Herzog ein gutes Verhältnis zu Dänemark wahren und gleichzeitig, die Freundschaft zu Schweden pflegen. Problematisch, da beide Reiche bis aufs Mark verfeindet waren, und um die Herrschaft im Ostseeraum kämpften.

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Museen als Inspiration

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Gerade läuft auf Twitter und anderen sozialen Netzwerken wie Instagram die #MuseumWeek, ein Thema ist „Inspiration“(#inspirationMW). Sind Museen für mich eine Inspirationsquelle? Darauf kann ich nur mit einem „Ja“ antworten. Ohne die Museen, in deren Nähe ich aufgewachsen bin, hätte ich vielleicht nicht diese Leidenschaft für Geschichte entwickelt und eben nicht Geschichte studiert. Weiterlesen

Ein Nordlicht in der Schweizer Fasnacht

Elvis lebtDieses Jahr durfte ich hier in der Region die Fasnacht hautnah miterleben. Mein Heimatdorf liegt hoch im Norden, an sich ist dort nicht viel los in Sachen Karneval, könnte man denken. Aber in meinem Dorf gibt es seit Jahrzehnten einen Karnevalsverein. Allerdings war das nie ein Ding meiner Eltern. Trotzdem besuchten wir als Kinder immer den Kinderkarneval und im Gegensatz zu meinen Brüdern fand ich Kostüme toll. Meine Mutter hatte Spaß daran, lustige Kostüme zu kreieren und wo sie nicht weiterkam, half eine nähfreudige Freundin. Meine Heldin als Kindergartenkind war Schneewittchen, so wollte ich mich gern verkleiden. Schließlich wurde es ein Prinzessinnenkostüm, das eher an Dornröschen erinnerte, aber egal.
Rotkäppchen In einem Jahr ging ich als Rotkäppchen, dann als Pippi Langstrumpf. Mein Indianer-Kostüm mochte ich besonders, weil ich dazu eine Perücke mit schwarzem Haar tragen konnte.

 

 

Irgendwann kam ich in das Alter, wo ich Karneval einfach doof fand. Außerdem fand (und finde) ich den Karnevalsverein in meinem Heimatdorf etwas bieder, aber das ist meine persönliche Meinung. Tja, und dann zog ich vor ein paar Jahren in die Schweiz und hier wird die Fasnacht gefeiert.

Mini-DracheMein erster Auftrag als Freie Mitarbeiterin für eine Zeitung führte mich im Februar vor drei Jahren auf eine Kinderfasnachtsfeier. Das Motto war „Ritter und Drachen“ meine ich, es gab einen Umzug mit einem fahrenden Drachen, danach eine Party in der Mehrzweckhalle plus Maskenprämierung. Ich kann mich erinnern, dass ein knuffiger kleiner Zwerg den „Absoluten Jööhpriis“ gewann. Was mich gleich mitriss, war die rhythmische Guggenmusik, die auf keiner Fasnachtsveranstaltung fehlen darf. Im Jahr darauf bekam ich wegen ein paar Tagen Ferien in der Heimat nicht viel von der Fasnacht mit. Dafür erlebte ich als Schreiberling im vergangenen Jahr eine Riesenparty zum Thema „Las Vegas“. Witzig und originell, was sich einige für Kostüme einfallen lassen.

Hangover Fasnacht

 

Fasnacht Oberrohrdorf

Dann zogen wir um. Weil ich interessiert war, was hier im Ort so los ist, schaute ich mir auf der Gemeindeseite die Vereinsliste an und dachte mir schon, dass hier in der närrischen Zeit viel los ist.Fasnachtsdorf

Und so kam es dann auch: Seit Ende Januar schrieb ich nur über die Fasnacht und hatte dabei eine Menge Spaß. Besonders aufregend war der Auftrag, über das 40-Jahr-Jubiläum der Gugge OPUS 5614 zu berichten. Erst quetschte ich den Präsidenten aus, der mich mit Artikeln aus dem Jubiläumsheft schon vorab gut informierte. Dann besuchte ich die letzte Probe vorm ersten Auftritt in der Saison und durfte die Gugge auch dorthin begleiten. Vorher wollte ich Fotos vom Schminken machen, da das Schminkteam hierbei die Airbrush-Technik anwendet. Und prompt saß ich selbst „in der Maske“ und fand das Ergebnis ziemlich gelungen. Dann ging es mit dem Car nach Bünzen, dort saß ich mit einigen Musikern eine Weile vorm Auftritt in der Kaffistube, wo mir erstmal der Teezwätschgä empfohlen wurde. Der wärmt. Der Auftritt selbst war klasse, auch wenn die Gugge aufgrund der Ferien nicht ganz vollständig war. Spätestens seit diesem Abend bin ich Guggenmusik-Fan! Überhaupt fühlte ich mich von der Gruppe freundlich aufgenommen, und hatte viel Spass.

OPUS in Bünzen

So ging es weiter mit den Aufträgen, es folgte eine sehr britische Fasnachtseröffnung, dann traf ich einen Ehrenhexenmeister und am Fasnachtssonntag fotografierte ich jede Menge fahrbare Untersätze beim Scheesewagerönne hier im Dorf. Leider plagte ich die gesamte Fasnacht eine lästige Erkältung, die mich dann doch davon abhielt, auch privat zu der einen oder anderen Veranstaltung zu gehen. Das will ich aber im nächsten Jahr nachholen, denn hier in der Gegend ist richtig viel los!
Scheesewagerönne Sarmenstorf, Ist das der Samichlaus inkognitoScheesewagerönne Sarmenstorf, OPUS 5614 sorgen für gute Musik

 … und giff‘ mi watt in’n Rummelpott

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Rummelpottläufer

Rummelpottläufer

Die Zeit zwischen den Jahren ist erfüllt von vielerlei Brauchtum und Aberglaube, wie dem, dass man besser keine Wäsche waschen sollte, weil das Unglück, wenn nicht sogar den Tod ins Haus bringen könnte.

An Silvester gefiel mir als Kind das Rummelpottlaufen am besten. Dieser norddeutsche Brauch ist schon sehr alt, vermutlich sind die Ursprünge in der Zeit zu finden, als man mit Lärmen (also Plattdeutsch „Rummeln“) böse Wintergeister vertreiben wollte. Dabei gehen die Rummelpottläufer von Tür zur Tür und singen Lieder, in der Hoffnung auf etwas Süßes (bzw. Alkoholisches – je nach Alter …). Damit zählt das Rummelpottlaufen zu den Heischebräuchen. Leider verdrängt Halloween diesen schönen alten Brauch immer mehr …  Weiterlesen

Weihnachtskater Fiete

WeihnachtskaterDie Probe für das Krippenspiel am morgigen Heiligabend ist zu ende, nachdem sich Stina und Ole von ihren Freunden verabschiedet haben, machen sie sich eilig auf den Heimweg. Beide frieren trotz der kuscheligen Winterjacken. „Was meinst du“, fragt Ole, „ schneit es zu Weihnachten?“ „Hoffentlich“, antwortet Stina, „dann können wir einen tollen Schneemann bauen.“ „Sag‘ mal Ole, hörst du das auch?“, flüstert Stina nach einer Weile leise. „Also ich höre nichts“, antwortete ihr Bruder. „Na, dieses leise Weinen! Lass uns lieber nachschauen, was das sein könnte“, beunruhigt schaut Stina sich um. „Da hinter den Mülltonnen bewegt sich etwas.“ Vorsichtig gehen die beiden um die Tonnen herum und entdecken dort eine Decke, in die eine winzige Katze gewickelt ist. Die schwarz-weiß gefleckte Katze schaut die Kinder mit großen Augen an und miaut.
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