BuchHeute vor 200 Jahren kam Hans Theodor Woldsen Storm in Husum zur Welt. Sein Beruf war die Juristerei, seine Leidenschaft gehörte der Dichtkunst. Aus politischen Gründen („antidänische Betätigung“) musste er 1852 Husum mit seiner Familie verlassen, er war in Berlin und später in Heiligenstadt tätig. Erst 1864 konnte er mit seiner Familie in seine Heimat zurückkehren. Nur ein Jahr darauf starb seine Frau Constanze im Kindbett, nach Geburt des siebenten Kindes. Storm heiratete 1867 Dorothea Jensen, mit der er in jüngeren Jahren eine Affäre hatte. Seine zweite Frau hatte nicht leicht in ihrer Rolle als Stiefmutter, erst mit Geburt der Tochter Friederike besserte sich die Situation. Parallelen weist „Viola Tricolor“ auf. 1880 ließ sich der Dichter pensionieren und zog bald darauf von Husum nach Hademarschen. Dort schreibt er dann sein großes Werk „Der Schimmelreiter“, das 1888 erschien. Den Erfolg seiner Novelle erlebte er nicht mehr, er starb am 4. Juli 1888.

Wann ich das erste Mal etwas von  ich das erste Mal etwas von Theodor Storm gelesen habe, weiß ich gar nicht mehr. Vermutlich war es „Der kleine Häwelmann“. In der Grundschule lernten wir natürlich „Die graue Stadt am Meer“ auswendig. Möglich, dass mich bereits da die Begeisterung für Storm packte. Er ist auf jeden Fall mit dafür verantwortlich, dass ich Literatur liebe und mich an weitere spannende Autoren heranwagte.

Auf der weiterführenden Schule lasen wir dann alles Mögliche, aber nicht den „Schimmelreiter“, was ich unverständlich fand und das Buch für mich selbst las (was wahrscheinlich sogar besser war, so wurde es nicht im Unterricht auseinandergedröselt). Und spätestens seit dieser Novelle glühte ich für Storm. Begleitend dazu lieh ich mir „Der wahre Schimmelreiter“ von Paul Barz aus der Stadtbücherei in Eckernförde aus und die Gesamtausgabe seiner Werke. Natürlich kaufte ich mir nach und nach Bücher und bekam viele von und über den Dichter geschenkt. Mein Mann hat mich vor einer Weile mit einer wunderbaren Ausgabe des Schimmelreiters überrascht. Zu verschiedenen Teenager-Geburtstagen schenkten mir meine Paten sehr schöne Ausgaben zu Storms Werken.  Auf Klassenfahrt hatte ich einen Gedichtband dabei, was vermutlich erklärt, wieso meine Mitschüler mich mehr als nur ein bisschen schräg fanden.

Gedichte

Ausgabe

Regal

Kleine Auswahl, bei meinen Eltern befinden sich noch mehr Storm-Bücher.

Praktischerweise haben wir Verwandte in Husum haben, da blieben natürlich Besuche im Storm-Haus nicht aus. Immer wenn ich in der beschaulichen und gar nicht grauen Stadt am Meer bin, muss ich in das Museum, um den Geist Storms auf mich wirken zu lassen.

Schreibtisch

Storm

Poetenstübchen 1

In einer Biographie las ich, dass Theodor Storm einen langen roten Schal trug, über den sich Theodor Fontane gerne lustig machte. Ob der Schal wirklich rot war, kann ich leider nicht finden. Nun ja. Jedenfalls erzählte ich  vor vielen Jahren meiner Oma von dieser Begenheit, die mir sogleich einen langen roten Schal strickte, den ich bis heute sehr gern und stolz trage –  er ist eine liebevolle Erinnerung an meine Oma und meinen Lieblingsdichter.

Schal

 

Ein Leichenstein
darauf der Tod mit stark gezahnten Kiefern

Dat is de Dod, de allens fritt,
Nimmt Kunst un Wetenschop di mit,
De kloke Mann is nu vergahn – 
Gött gäw‘ em selig Uperstahn!

 

Die Möwe und mein Herz 
Hin gen Norden zieht die Möwe,
Hin gen Norden zieht mein Herz;
Fliegen beide aus mitsammen,
Fliegen beide heimatwärts.

Ruhig, Herz! du bist zur Stelle;
Flogst gar schnell die weite Bahn – 
Und die Möwe schwebt noch rudernd 
Überm weiten Ozean.

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