Sommerzeit ist Ferienzeit und Tanja Praske hat dazu zur Blogparade „Mein Kulturtrip für dich im Sommer“ kurz #KultTrip eingeladen. Da ich schon seit Wochen auf der Suche nach einer Inspiration bin, worüber ich bloggen möchte, kommt mir dieser Aufruf sehr gelegen.

Zum Thema Kulturtrip möchte ich über die Region schreiben, in der wir seit mehr als zwei Jahren wohnen, nämlich das Freiamt in der Schweiz.

Das Freiamt liegt im Südosten des Kantons Aargau und dort im Reuss- und Bünztal. Die Städte Zürich, Luzern und Zug sind etwa in einer halben Stunde mit dem Auto erreichbar. Als wichtige Orte wären wohl Bremgarten, Muri und Wohlen zu nennen.

 

Heinrüti

Katzen bei der S-Bahnstation Heinrüti

Allein schon landschaftlich ist diese Region wunderschön. Wenn ich unterwegs zu meinen Aufträgen  bin, nutze ich meistens den gut ausgebauten öffentlichen Nahverkehr, und da bekommt man oft tolle Aussichten geboten. Eine meiner Lieblingsstrecken ist die der S-17 von Wohlen Richtung Dietikon und da hat es mir besonders die Haltestelle Widen/Heinrütti mit den beiden großen Katzen aus Holz angetan. Die beiden sitzen dort und genießen eine schönen Ausblick.

Wandern

Wendelin

St. Wendelinskapelle in Sarmenstorf

Wer gerne wandert, dem sei der Freiämterweg empfohlen. Dort sollen einige sehenswerte Kunst- und Kulturschätze am Wegesrand liegen, die wir ehrlich gesagt auch noch erkunden müssen. Dieser Wanderweg führt unter anderem nach Sarmenstorf, wo es einiges zu entdecken gibt: Nämlich ein jungsteinzeitliches Gräberfeld im Zigiholz und ein Stück weiter Überreste einer römischen Villa. Bevor es in Richtung dieser Sehenswürdigkeiten geht, empfehle ich einen Besuch der schön gelegenen St. Wendelinskapelle. Das Besondere an ihr ist der Felsen, der im Bau einbezogen wurde. Unter diesem befindet sich ein Schrein, mit dem Hinweis auf die Sage der zwei Angelsachsen ohne Kopf. Deren Gebeine befinden sich allerdings in der Kirche des Dorfes. Die Angelsachsen waren der Sage nach Wallfahrende, die in der Nähe des Ortes von Wegelagerern überfallen und geköpft wurden. Sie setzten ihren Weg aber mit ihren Köpfen unter dem Arm fort, bis sie an den schon erwähnten Felsen kamen, wo sie Schutz vor einem Gewitter suchten. Das Freiamt scheint ein guter Ort für Sagen zu sein, denn neben dem Freiämterweg gibt es auch einen Freiämter Sagenweg und speziell für die Kleineren einen Kinderweg.

 

Museen
In der Region gibt es einige spannende Museen, von denen einige nach Absprache Führungen anbieten. Dazu gehören das Postlonzihus in Merenschwand sowie das Museum zwischen Pflug und Korn in Muri, um eine kleine Auswahlzu nennen.

Kloster Muri

In Muri findet sich außerdem das Klostermuseum Muri, es wurde vor zwei Jahren nach einer Neukonzeptionierung neu eröffnet und das ist wirklich sehenswert. Immerhin kann das Kloster auf beinahe 1000 Jahre Geschichte zurückblicken und hat in dieser Zeit einiges erlebt. Der Museumsrundgang startet im Museumsshop, wo ich freundlich begrüsst und über das Museum informiert wurde. Ein Prolog erläutert anschaulich die abwechslungsreiche und bewegte Geschichte des Benediktinerklosters, das Radbot von Habsburg und Ita von Lothringen 1027 stifteten. Bis 1841 bestand das Kloster. Auf dem Rundgang können die Besucher dann selbst in das Klosterleben in der Vergangenheit eintauchen. Dabei helfen neben den beeindruckenden Ausstellungsstücken aus mehreren Jahrhunderten auch einige Touchscreen-Stationen, an denen man noch einiges Wissenswertes erfahren kann. Sehr schön anzuschauen sind die Glasmalereien aus dem 16. Jahrhundert im verbliebenen Kreuzgang. Diese spiegeln das Netzwerk des Klosters wider, denn Scheibenstifter ließen sich darauf abbilden. Den Abschluss des Rundgangs bildet die wunderschöne Klosterkirche mit ihrer Rokokoausstattung. Der oktogonale Zentralraum entstand zum Ende des 17. Jahrhunderts, zuvor war die Kirche eine romanische Dreischiffbasilika. Ein beeindruckender Ort, der Geschichte atmet.

 

Museums Rundgang Prolog

Klostermuseum 2

Exponate aus mehreren Jahrhunderten

Klostermuseum 3

Buntglasscheiben im Kreuzgang

Klostermuseum 6

Die Klosterkirche mit ihrer reichen Rokoko-Ausstattung

Klostermuseum 7

Das oktogonale Zentrum

Klostermuseum 8

Feine Details in jeder Ecke

 

Strohmuseum WohlenEin weiteres Museum, das sich zu besuchen lohnt ist das Strohmuseum in Wohlen. In der ländlich geprägten Region Freiamt entwickelte sich die Strohindustrie bereits zur vorindustriellen Zeit zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor. Nach einem Einführungsfilm erfahren die Besucher im Dachgeschoss, wie zunächst in Handarbeit die feinen Geflechte entstanden. Und es gibt an einigen Stationen, die Möglichkeit, sich selbst an einigen Mustern zu versuchen. Das Stockwerk widmet sich der maschinellen Produktion und zeigt die Vernetzung jener Industrie. Dabei geht es um den Import von wichtigen Materialien für die Flechtwerke und um deren weltweiten Export. Auch dieses Museum bietet viele zeitgemäße multimediale Erkundungsmöglichkeiten. Mir hat besonders gut das Fotostudio gefallen, wo man sich aus einer Auswahl von Hüten einen aussuchen konnte, um sich dann von einer automatischen Kamera fotografieren zu lassen. Das Bilder (oder die Bilder) kann man sich dann per Email senden.

Strohmuseum 1

Filigrane Flechtarbeiten

Strohmuseum 2

Feinste Arbeiten aus dem Freiamt – beliebt überall in der Welt

Strohmuseum 3

Webstuhl

Strohmuseum 4

Ein Röhrlihut wird gefertigt

Weitere spannende Termine in der nächsten Zeit sind die Saison des Jugendcircus Biber in Arni, der seit mehr als 30 Jahren im August ein tolles Programm präsentiert. Und am 12. August feiert das Freilichttheater Emmetfeld in Hägglingen Premiere. Im Freiamt gibt es einiges zu sehen und zu erleben.

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