Haithabu-Stein Als Tanja Praske für ihre Blogparade „Mein Kultur-Tipp für Euch“ nach Beiträgen fragte kam mir sofort das Wikinger-Museum Haithabu in den Sinn.

Haithabu gehört zu meinen Lieblingsmuseen, das erste Mal besuchte ich es mit der Grundschule und die damals geweckte Faszination für Wikinger blieb bis heute. Vor zehn Jahren habe ich meinen Bruder den Museumsbesuch zum Geburtstag geschenkt: Die in Schleswig ansässige Brauerei zeigte nämlich, wie Bier zur Zeit der Wikinger gebraut wurde. Die Vorführung fand noch direkt am Museumsgebäude statt.

Das 1985 eröffnete Wikinger-Museum befindet sich in der Nähe des historischen Handelsplatzes Haithabu (Hedeby) und zeigt, dass Wikinger eben nicht nur Piraten und Plünderer, sondern auch  recht erfolgreiche Händler, Schiffsfahrer- und bauer sowie Entdecker waren. Der im 9. Jahrhundert gegründete Handelsplatz gehörte zu den bedeutendsten in Nordeuropa. Schriftliche Quellen belegen, dass sogar Kaufleute aus dem arabischen Raum dort Handel trieben. Im 11. Jahrhundert zerstörte ein Angriff die Stadt, die dann am anderen Schleiufer als Schleswig neu aufgebaut wurde. Originale Fundstücke aus dem Haddebyer Noor und Rekonstruktionen vermitteln, wie der Alltag der Bewohner Haithabus aussah. Sehr beeindruckend ist das Wrack eines Kriegsschiffes in der Schiffshalle.

Schiffswrack

Schiffswrack

Runenstein Haithabu Seit den 80er Jahren hat sich viel getan: die Ausstellung wurde vor einigen Jahren neu konzipiert und modernisiert. Neben den Exponaten ziehen außerdem multimediale Elemente die Besucher in den Bann. Besonderen Eindruck macht auf mich dabei ein Runenstein. In einem abgedunkelten Raum folgt beleuchtete Schrift dem Verlauf der Runen auf dem Stein und eine Stimme liest die Inschrift vor. Danach folgt die deutsche Übersetzung.

Runenstein

Einen Eindruck davon, wie es vor mehr als 1000 Jahren an diesem Handelsplatz ausgesehen haben mag, geben die Wikingerhäuser. Vom Museum aus sind sie in etwa zehn bis 15 Minuten Fußweg entlang der Wallanlage, die den Ort heute noch heute umgibt, zu erreichen. Dabei trifft der Besucher auf Skudden-Schafe, die es bereits im Mittelalter gab und nun den Haithabu-Wall beweiden.

Die Wikingerhäuser sind bis Ende Oktober geöffnet und in der Zeit kann der Besucher auch dem einen oder anderen Wikinger über dem Weg laufen. Mir gefällt das abwechslungsreiche Programm an den Wochenenden mit vielen unterschiedlichen Vorführungen. Jetzt im Herbst können Neugierige lernen mit welchen Utensilien die Nordmänner auf die Jagd gingen („Bogenbau und Pfeilherstellung – Gerätschaften für die Wikingerjagd“). Handwerk ist ohnehin ein wichtiges Thema, lebten doch viele Handwerker in Haithabu. So gab es Wollefärber, Glasperlenhersteller, Gold- und Silberschmiede. Ende Oktober wird Neugierigen zum Beispiel das Handwerk des Flechtens nähergebracht.

Wikingerhäuser

 

Skudden

Mich persönlich hätte eine SagenerzählerinGarten in Haithabu interessiert, die an einem Augustwochenende aus der Mythologie der Wikinger berichtete. Leider habe ich es zeitlich nicht geschafft, dorthin zu fahren. Ich stelle mir die Atmosphäre besonders vor, wenn in einem Wikingerhaus die alten Sagen gekonnt erzählt werden. Hoffentlich gibt es diesen Programmpunkt nächstes Jahr wieder! Mit dem Museumsgarten möchte ich mich bei meinem nächsten Besuch ebenfalls näher befassen. In dem Garten wachsen Pflanzen, die dort nachweislich schon zur Zeit der Handelssiedlung wuchsen.

Den Beginn der Winterzeit begeht das Museum mit einem großen Markt auf dem Areal der Häuser. Dort gibt es dann verschiedene Stände mit Kunsthandwerk, interessante Vorführungen und Kulinarisches, das mit der Wikingerzeit in Verbindung steht. Ein Tipp, nicht allzu spät vorbeischauen, es kann ziemlich voll werden.

Herbstmesse

Mütze Hedeby, eine Haithabu-Katze

Mütze Hedeby, eine Haithabu-Katze

 

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